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Dort, wo es nichts gibt, da kann man auch nichts finden. Es sei denn, man begegnet einer Madonna und Don Marco, der die Jungfrau Tag für Tag wie seinen eigenen Augapfel behütet. Wenn man auf der Straße von El Pinar aus durch den Wald in Richtung La Sabinosa fährt, begegnet man niemandem. Kein Auto, kein Mensch, kein Tier. Ein Falke ist das einzige Lebewesen, welches mir begegnete. Erstaunlich, dass er hier auf die Jagd geht. Er weiß bestimmt warum. Das Klima ist lieblich aber auch hart und es duftet nach Pinien und heißem Staub. Sollte man ohne Wasser liegen bleiben, dann wird es ungemütlich. Seit 1546 hat sich außer der schmalen und kurvenreichen Bergstraße nichts geändert. In diesem Jahr vor fast 500 Jahren, und zwar am späten Nachmittag des 5. Januars, begann die Geschichte. Niemand hätte ihren Lauf voraussehen können.
La Restinga:
Fischer, Meer und Insel
Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Seit eh und je sitzen sie auf ihrer Bank, unten an der Ecke am kleinen Hafen, als müssten sie jede Bewegung der kleinen Boote und der Menschen kontrollieren. Ihr Blick ist auf den Horizont gerichtet. Die große Welle könnte sie nicht überraschen.
Längengrad Null
Der Regisseur Patrick Bencomo stellte seinen Film Cero (Null) im Cine Victor in Santa Cruz vor. Der Film erzählt die Geschichte des alten Leuchtturmwärters von der Kanareninsel El Hierro. Ihre Lage im Südwesten der Inselgruppe bescherte ihr schon im 2. Jahrhundert eine gewisse Bekanntheit, war sie doch der am weitesten westlich liegende Ort auf der damaligen Weltkarte von Ptolemäus, dem bekanntesten Astronomen und Geographen dieser Zeit. Hier war das Ende der Welt. Und befindet sich heute der südöstliche Eckpunkt Europas, der Europäischen Union.