Das Magazin > Fuerteventura
Land und Leute ... Gesellschaft ... Politik
Kunst Galerie ... El Hierro ... Fuerteventura
Viele Menschen kommen wegen dem guten Klima auf die Kanaren. Sonne tanken, um den Alltag besser meistern zu können. Der Mensch braucht Ruhe und Besinnung, um wieder zu Kräften zu kommen. Viele Menschen kommen aus gesundheitlichen Gründen auf die seligen Inseln. Rheumakranke haben keine Schmerzen mehr. Herzkranke leben ohne Angst. Depressionen verfliegen. Viele erfahren sogar Heilung von den schwersten Krankheiten.
Es geht, wie so oft, lustig zu, wenn man mit einem kanarischen Freund in einer Dorfkneipe steht. Man hat sich länger nicht mehr gesehen und hat sich viel zu erzählen. Der Café, stark und cremig, läuft wie Öl hinunter und schmiert die Stimmbänder, die sich fast überschlagen. Man hat sich viel zu erzählen.
Bauer in der Wüste
Es riecht etwas angebrannt. Candelaria grillt auf einer gerillten Pfanne, die sie auf dem Gasherd erhitzt, "Jareas" (auf heißen Steinen getrocknete Fische). Ein Besucher ist den steinigen Weg hinauf zu ihrem einfachen Haus geklettert und sitzt jetzt in ihrem Empfangsraum, Wohnraum und Essraum. Ein Tisch aus einer mit blauem Kunststoff furnierten Pressspanplatte und einem schon angerosteten Rohrgestell darunter bildet das Zentrum des Raumes. Die Stühle sind aus gleichem Holz gemacht. Einige Tomatenkisten an der Wand dienen als Ablage und Regal für einige Familienfotos, die um ein Bild einer Jungfrau Maria herumgebaut worden sind. Die Wände sind gerade einmal verputzt. Man sieht die Zeichnung einer Kelle, die den Wänden eine persönliche Note gibt. Für Farbe ist kein Geld übrig. Ein Pin-Up-Kalender einer weltweit bekannten Ölgesellschaft hängt neben der Tomatenkiste. Unter der Tomatenkiste sind mehrere Schlüsselanhänger zu einer kleinen Kollektion aufgereiht.
Die Kunst des Maestro Agustín
Die Kanaren vor 30 Jahren
Drei Stunden sind sie schon unterwegs. Das ständige Rattern und Scheppern scheint die Frauen und Kinder unter Hypnose gestellt zu haben. „Wann kommen wir endlich an“, wiederholen die Kinder wie Gebetsmühlen. Worauf die Mütter immer wieder mit einem monotonen „bald“ oder „schlaf ein wenig“ oder auch „trink oder iss etwas“ antworten. Aber auch diese Dialoge und Monologe gehen in diesem Geratter von Blech auf Blech, von Blech auf Stein und Gummi auf Blech und Stein unter. Oder sie fügen sich in die Geräuschkulisse ein und bilden gemeinsam eine Melodie.